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Der Frühling ist endgültig angekommen, die Winterdecke eingemottet und das Fensterputzen ... äh schieben wir noch etwas auf, haha!

Die Eissaison hat begonnen und unsere Wölfe freuen sich ebenfalls bereits. Das Bild von Una ist vom Hochsommer letzten Jahres, aber heute passt es als Frühlingseinstiegsbild. Für unsere Wölfe am Wolfsforschungszentrum (WSC) ist immer gesorgt und manchmal bekommen sie als kleine Leckerei zwischendurch auch gefrorenes Tierblut mit Wurst und Fleisch. Oh, entschuldigt bitte, ich hätte euch vorwarnen sollen, haha!

Aber es dürfte klar sein, dass Wölfe keine Vegetarier sind, und Zuckereis bekommen sie natürlich auch nicht. Also hatte ich die Idee, aus den Eisklumpen kleine Eiskugeln zu schnitzen.

Zugegeben, das Schnitzen der blutigen Eiskugeln in der Tierküche hatte ich mir auch einfacher und angenehmer vorgestellt. Ein wenig taute das Eis natürlich an und der freiwerdende Geruch war jetzt auch nicht so, dass ich sagen könnte, ich hätte Lust auf Pizza bekommen. Interessanterweise gewöhnt man sich wirklich an alles. Wir haben hier viele Student*innen, die vegetarisch oder vegan sind und die trotzdem das Fleisch für die Tiere vorzubereiten lernen.

Als ich das Eis fertig geschnitzt hatte, musste es schnell gehen. Die Trainerinnen hatten bereits auf mich gewartet und wir besuchten Nanuk und Una. Wie alle anderen Wölfe auch, kennen mich die beiden längst als "Mensch mit schwarzem Kasten" (Nikon). Da von mir niemals Futter kommt, wissen alle Wölfe, dass bei mir nichts zu holen ist und ich kann in Ruhe fotografieren. Ruhe ist bei den Wölfen besonders wichtig. Bringt man Nervosität mit ins Gehege, steckt das die Tiere sofort an. Wölfe sind unglaublich sensibel.

Nanuk und Una waren wirklich entzückend. Was haben die Trainerinnen da mitgebracht? Riecht nach Blut und Fleisch, ist aber kalt und sieht seltsam aus. Ganz vorsichtig begannen die beiden zu schnuppern und ich konnte sehen, wie sie jedes einzelne Molekül durch ihre Schnauzen analysierten. Es war sehr beeindruckend. Sie schnappten nicht einfach zu, sondern waren sanft und unheimlich vorsichtig. Ganz klar, man kann ja als Wolf, wenn man in der Natur Quatsch macht, nicht einfach zum Doktor gehen.

Nach Nanuk und Una waren wir noch bei Maikan, Etu und Ela. Aber das ist eine ganz andere Geschichte ...

Rooobert Bayer - Bildender Künstler