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Wir hatten ein außergewöhnliches und aufregendes Shooting am Wolfsforschungszentrum als Danksagung für Mónica. Wamblee, unser unerschrockener frecher Wolf mit dem unverkennbaren Blick, durfte bei unserer Version dabei sein. Geplant war, dass wir eine moderne Geschichte erzählen, mit einer starken Kämpferin, die mit dem Wolf an ihrer Seite gegen das Unrecht in der Welt antritt.

Ich muss aber gestehen, dass wir alle ziemlich angespannt waren. Die Trainerinnen und Mónica besonders und ich natürlich auch. Meine Kamera war bald schweißnass. Nur Wamblee war gar nicht nervös und er ließ sich von unserem Bluthochdruck auch überhaupt nicht beeindrucken. Er hatte seinen Spaß mit dieser Abwechslung. Ich muss dazu sagen, so etwas machen wir am WSC (Wolf Science Center) normalerweise nicht. Es ist ja ein Forschungszentrum - aber nach langer Vorbereitung und Absicherung durften wir unter der Leitung unserer Cheftrainerin hier eine kleine Ausnahme machen. 

Wamblee störte das rote Kostüm in keiner Weise. Caniden nehmen Rot eher farblos wahr, daher war das kein Problem. Mónica fühlte sich mit dem Cape auch wohl, sie war wirklich entzückend. Sie strahlte so viel positive Energie und Freude aus, dass mir beinahe die Tränen kamen. Es war allerdings unmöglich, Mónica zur ernsten und starken Kämpferin in den Fotos anzuleiten, so glücklich war sie. Und so nahm ich vielleicht keine "moderne Geschichte einer starken Kämpferin mit dem Wolf an ihrer Seite" auf, sondern eine überaus glückliche Frau, der ein besonderes Erlebnis zuteil wurde. Wo in der Welt hat man schon die Möglichkeit, so etwas zu machen? So viel Glück und gute Laune miteinander zu teilen? Wölfen auf Augenhöhe gegenüberzutreten ...

Ich bin mir in meiner Arbeit für das Wolfsforschungszentrum in jeder Sekunde bewusst, dass das nicht selbstverständlich ist. Die Trainerinnen kümmern sich mit vollem Einsatz um die Wölfe und Hunde, sie leben mit ihnen. Das Wohl der Tiere steht ganz im Vordergrund und ich lerne unglaublich viel von diesen großartigen Menschen.

Ja, die Arbeit hier ist anstrengend. Ich muss zugeben, dass ich nach einem Tag am WSC meist um 19 Uhr völlig erledigt ins Bett falle. Die Fotos jedoch, die hier entstehen, die Möglichkeiten, die sich mir bieten und mit diesen unglaublichen Menschen hier arbeiten zu dürfen, kann ich gar nicht hoch genug einschätzen.

Rooobert Bayer - Bildender Künstler